Waldfex hat geschrieben: ↑So 22. Feb 2026, 11:25
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[*]im Vergleich zur Originalaufnahme auffällige Bearbeitungen mittels Filter etc., auch wenn diese nur auf Teile oder einzelne Objekte des Fotos beschränkt sind
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Gimplyworxs hat geschrieben: ↑Di 24. Feb 2026, 10:03
... Kamerafilter sollten nicht verwendet werden, denn das Ergebnis soll ja nicht von den Finessen der Kamera abhängig sein. ...
@ Gimplyworxs: Hier besteht ein feiner, aber wichtiger Unterschied zwischen diesen beiden Aussagen zu Filtern. Waldfex spricht von Filtern, die
nach Originalaufnahme verwendet werden, also digitale Filter, die durch externe Algorithmen Bildeffekte generieren. Das hat dann nichts mehr mit fotografischer Eigenleistung zu tun. Und ja, die werden in Digitalkameras auch angeboten und verfälschen Fotos bereits in der Kamera.
Eine ganz andere Sache sind
Kamerafilter, die anders als Filter einer Software, bei Fotografie vor dem Objektiv angebracht werden, und bereits das einfallende Licht verändern. Es gehört zur Kunst der Fotografie, z. B. durch ND-Filter oder ND-Verlaufsfilter, das einfallende Licht zu reduzieren, mit andere Blenden fotografieren zu können und so andere Schärfentiefen, ein schönes Bokeh zu erzeugen.
Auch Polfilter (Polarisationsfilter), die in der Fotografie die Sättigung von Farben erhöhen und Reflexionen reduzieren, gehörten eigentlich zum Handwerk. Ob die in gängigen Fotowettbewerben erlaubt sind, habe ich allerdings keine Ahnung.
Hört sich für Nichtfotografen vielleicht kompliziert an. Aber das eine ist der bewusste Einsatz von fototechnischen Mitteln und das andere ist digital durch die Leistung anderer generiert.
Und ich glaube gerade da beginnt die Trennlinie. Ein Fotowettbewerb sollte fotografische Eigenleistung bewerten, nicht softwaregestützte Verfälschungen. Insofern stellt sich nur noch die Frage, was ist digital legitime Nachbearbeitung (wahrscheinlich RAW-Bearbeitung, leichtes Anheben oder Senken von Schatten, Mitteltönen oder Lichtern) und was ist Bildmanipulation, die nichts mehr mit Fotografie zu tun hat (Fotomontagen, Masken, digitale Filter, ausschnittsweise digitale Bildmanipulationen). Beim einen wird die fotografische Bildkomposition lediglich verfeinert, beim anderen verfälscht.
Daher hatte ich mal vorgeschlagen, den dezenten Colorgradingeinsatz unter dem Gimp-Menüpunkt "Farben" zu erlauben. Der Gimp-Menüpunkt "Filter" hingegen kann hübsche Dinge erzeugen, läge aber jenseits von fotografischer Eigenleistung.
Wirklich schade, dass Waldfex hier nicht mehr so aktiv ist, einfach weil der Mann verdammt viel Ahnung hat und immer interessante Beiträge gebracht hat. Und ja, selbst als Zuschauer fände ich es toll, wenn zu den Wettbewerbsfotos Begleittext gäbe. Wenn man sich die Metadaten von Fotodateien anschaut - unter Windows wäre das Rechtsklick auf die "Datei -> Eigenschaften -> Details" - finden sich Blendenzahl, Belichtungszeit, ISO und Brennweite. Das ist doch oftmals schon spannend. Und falls man noch eine leichte Farb-/Helligkeitsanpassung vorgenommen hat, könnte man das doch auch benennen. Alles interessant.
Wichtig ist nur, dass das Regelwerk einen guten, verständlichen Rahmen gibt und nicht abschreckt. Besser als von Waldfex beschrieben geht es eigentlich nicht.
Gimplyworxs hat geschrieben: ↑Di 24. Feb 2026, 10:08
... Darf ich (und andere, denen es so geht) dann trotzdem "nach Bauchgefühl" abstimmen? ...
Zur Frage, ob man als Nichtfachmann/-fachfrau überhaupt abstimmen darf: Auch das hat Waldfex gut beschrieben.
"Bewertungskriterien für ein Foto im Wettbewerb [sollten] Motiv und Bildkomposition, der Bezug zum Thema, die Technische Qualität der fotografischen Umsetzung sowie der Gesamteindruck des Werkes sein." Auch ein geschmacksicherer Laie kann den Gesamteindruck, das Motiv und die Bildkomposition wertschätzen. Bei "technischer Qualität der fotografischen Umsetzung" hat man als Laie natürlich manchmal nur so eine Art Gefühl. Aber es wäre ja schade, wenn der Laie nicht abstimmen dürfte und gegenüber einem Wettbewerbsfoto seiner Bewunderung zur gegebenen Bildwirkung Ausdruck verleihen dürfte.
Naja, ich bin nur Wettbewerbs-Zuschauer und vielleicht sollte ich als Nur-Zuschauer gar nicht so sehr meinen Senf zu diesem Thema dazugeben. Am Ende entscheiden andere. ...